Cytomegalie – die bedeutendste Infektion in der Schwangerschaft

Nach der letzten Fehlgeburt Anfang des Jahres sollte ich mit meinem Gefühl, dass grundsätzlich mit meinem Körper etwas nicht stimmt, Recht behalten.

Der erste Weg ging nach der Ausschabung zum Kontrolltermin zur Frauenärztin. Alles prima soweit. Die Ärztin meinte, um vielleicht einen Anhaltspunkt für die Fehlgeburt zu erhalten, könnten wir einfach nochmal einen Antikörpertest durchführen.

Zu Beginn der zweiten Schwangerschaft, als ich den positiven Test in den Händen hielt, war ich schon ein wenig nervös, weil es ja auch eine Eileiterschwangerschaft hätte sein können und ich durch die erste Fehlgeburt sehr ängstlich war. Daher beschlossen mein Mann und ich – die Weihnachtsfeiertage standen vor der Tür und meine Ärztin hatte 2,5 Wochen zu – dass wir zur Kontrolle ins Krankhaus fahren. Alles gut. HCG bei 568. Erst zwei Wochen später konnte ich dann erst zu meiner Frauenärztin, bei der auch noch alles gut aussah. Sie machte zu dem Zeitpunkt aber keinen Antikörpersuchtest, da sie damals meinte, dass ich ja im KH war, um die Schwangerschaft feststellen zu lassen und nicht bei ihr.

Daher ist uns etwas sehr, sehr Wichtiges durch die Lappen gegangen, denn der nachträgliche Antikörpertest zeigte, dass ich mich ein paar Wochen vor der Befruchtung mit dem Cytomegalie-Virus angesteckt hatte. Die Auswirkungen sind – sofern der Fötus damit infiziert ist – genauso schlimm wie bei einer Toxoplasmose (wird durch Katzenkot übertragen).

Das Cytomegalie-Virus ist Frauen kaum bekannt. All meine Freundinnen, die schwanger sind oder bereits Kinder haben, haben genau wie ich vorher noch NIE davon gehört. Finde ich ganz schlimm, denn in der BRD hat anscheinend mehr als die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter keine Antikörper gegen CMV. Cytomegalie gehört zu den Herpes-Virens. Es gibt Lippen- und Genitalherpes, was uns ja geläufig ist. Es kann bei Immunschwäche immer wieder ausbrechen. Ich bin auch der typische Lippenherpestyp – ist aber alles nicht problematisch. CMV jedoch kann bei einer Erstansteckung in der Schwangerschaft auf das Ungeborene übergehen und eine Fehlgeburt zur Folge haben oder aber bis zu schlimmen geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen gehen. Dazwischen ist von ggf. Verkalkung im Gehirn, zu kleinem Kopf, Hörverlusten, Schädigungen der Augen etc. die Rede.

Die Infektion verläuft meist ohne Symptome oder grippeähnlich und kann nur durch die Untersuchung der CMV-Antikörper im Blut festgestellt werden.

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Antikörper gegen CMV und somit keinen Schutz vor einer Erstinfektion in der Schwangerschaft haben, sind besonders gefährdet. Jedoch ist anscheinend auch eine Reaktivierung des Virus möglich.

Die Infizierung wird nicht durch eine Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) übertragen, sondern über direkten Kontakt mit Genitalsekret, Tränen, Urin, Speichel. Und das absolut Beunruhigendste an der Sache ist, dass sich ein Großteil der Schwangeren bei ihren eigenen Kindern anstecken kann. In KITAs und Kleinkindertreffgruppen sowie über die kleinen Kinder im Freundeskreis ist das Ansteckungspotenzial hoch.

Ich hatte ein paar Wochen vor meiner Befruchtung intensiveren Kontakt zu den kleinen Kindern einer Freundin. Es kann sein, dass ich mich durch sie angesteckt habe. Statistisch gesehen steckt sich wohl eine von 100 Frauen während der Schwangerschaft an.

Der pathologische Befund meines kleinen Pünktchens ergab jedoch, dass es nicht mit dem Virus infiziert war. Diese Ursache für die Fehlgeburt ist damit ausgeschlossen. Zudem muss ich auch sagen, dass mich meine Heilpraktikerin ein paar Wochen vor dem Zyklus, in dem ich schwanger wurde, mit einer Hochpotenz gegen Herpesviren behandelt hatte, weil ich mich über längere Zeit „grippig“ fühlte. Durch diese Hochpotenz konnt mein Körper wohl mein Baby schützen. Homöopathie-Kritiker würden jetzt sicher eine andere Argumentation anführen, aber ich glaube daran. Ich hatte auch seit einem Jahr keinen Lippenherpes mehr. Dennoch hat es mir Angst gemacht, dass es einen solchen Virus gibt und Frauenärzte ihre Patientinnen aber nicht ausreichend über diesen informieren.

Mein Aufruf an alle, die diesen Beitrag lesen und schwanger werden wollen: Lasst euch euch schon vor einer Schwangerschaft testen!!!!!

Nach dem Termin beim Frauenarzt ging es für mich zwecks Erstellung eines großen Blutbildes zum Internisten, der nächste Meilenstein auf der Suche nach der Ursache für das schlechte Bauchgefühl, was meine Gesundheit betrifft …

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Cytomegalie – die bedeutendste Infektion in der Schwangerschaft

  1. frauschwanisbauchgefuehl Autor

    Hallo liebe Hanni, ich verfolge deinen Blog schon seit Monaten und freu mich, dass du den Weg auch zu mir gefunden hast. 🙂 Ich finde es schockierend, dass dieser Bluttest nicht standardmäßig zur Vorsorge gehört. Wir haben wirklich ein seltsames Gesundheitssystem. Naja, das ist wiederum ein Thema für einen Politikblog. 😉 LG und alles Liebe für euch 4!

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