Der Schilddrüsen-Affentanz

Wie toll, meine ersten beiden Follower und ein erster Kommentar! Vielen Dank, ihr Lieben, dass ihr auf meine Seite gekommen seid und hoffentlich dabei bleibt!

Klar, Fehlgeburten kommen vor – das weiß ich jetzt auch. Auch mehrfach können sie passieren – einfach so durch Gründe, die ungeklärt bleiben. Empfohlen wird erst nach dem dritten Abort Ursachenforschung zu betreiben. Nur ich wusste, dass ich das nicht konnte – mit so einer riesigen Angst und Ungewissheit in einen dritten Anlauf starten, war für mich undenkbar. Gerade nicht, wenn ich bei dem Gedanken schon ein komisches Gefühl hatte.

Dass jeder Mensch eine Schilddrüse hat und ab und an jemand damit Probleme hat, wusste ich schon. Aber beschäftigt habe ich mich nie damit – musste ich auch nicht. Bis ich beim Internisten ein großes Blutbild erstellen ließ. Bei der Besprechung des Befundes sagte die Ärztin: „Ihre Werte sind alle ok. Sie haben nur eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse, die jedoch nicht behandlungsbedürftig ist, und einen nicht feststellbaren Vitamin D-Wert.“

Nicht feststellbar heißt, dass der Wert unter 10 liegt, ich hatte 8. Normal sind Werte ab 30 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml). Jeder zweite Deutsche hat einen zu geringen Vitamin D-Spiegel, da unser Land zu sonnenarm ist und/oder wir uns wenig draußen aufhalten. Vitamin D ist eigentlich ein Hormon, was im Körper gebildet wird und daher fälschlicherweise Vitamin genannt wird. Es ist u. a. für eine gute Schilddrüsentätigkeit verantwortlich.

Gut, das beunruhigte mich erstmal nicht. Gegen den Vitamin D-Mangel bekam ich Dekristol, was eine sofortige Verbesserung des Wertes bewirkte.

Nach ein paar Wochen kam ich durch Zufall auf eine – wie ich finde – kompetente Internetseite zum Thema Fehlgeburt und Schilddrüse. Auf dieser wurde ein Zusammenhang zwischen einer Unterfunktion und wiederholten Fehlgeburten gesehen.

Ich machte einen Termin bei einem Endokrinologen in der Nuklearmedizin. Ich finde, Internisten und Hausärzte, die meist nur den TSH-Wert bestimmen, sind nicht wirklich kompetente Ansprechpartner für das große Thema Schilddrüse.

Die Blutwerte ergaben einen TSH-Wert von 2,96, sodass ich L-Thyroxin 75 verschrieben bekam, um einen Wert von 0,8 für eine optimale Ausgangslage für eine kommende Schwangerschaft zu schaffen. Antikörper, Ultraschall und Szintigramm waren völlig ok. Nach 6 Wochen war mein TSH dann bei 0,13, also viel zu niedrig. Deshalb wurde das L-Thyroxin auf 50 reduziert.

Wir fuhren zwischenzeitlich für zwei Wochen an die Nordsee, d. h. mit ordentlicher Seeluft und frischem Fisch. Für die Seele genau das richtige, für die Schilddrüse nicht. Durch den zusätzlichen Jodgehalt im Blut ergab sich beim nächsten Blutbild einen TSH-Wert von 0,03. D. h. nun hatte ich eine Überfunktion. Statt mehr zu frieren, was für mich bisher in meinem Leben ganz normal war, riss ich mir die Klamotten vom Leib. Ganz toll. Die Medikamente wurden abgesetzt und nach weiteren 8 Wochen gab es auch keine Verbesserung im Blut. Mittlerweile bekam ich auch noch Haarausfall, Herzrasen und Gelenkenschmerzen in den Handgelenken dazu, was ich im ganzen Leben noch nicht hatte. Yoga und Pilates kann ich seitdem nur noch eingeschränkt machen. Das ist jetzt seit über einem halben Jahr so. Die Antikörper erhöhten sich inzwischen mehr und mehr und der Arzt sagte immer wieder: „Wir müssen abwarten, meine Kollegen und ich können uns das Verhalten Ihrer Schilddrüse nicht erklären!“ Ich wollte aber nicht abwarten und Tee trinken, da wir doch schon bald wieder in die nächste Schwangerschaft starten wollten. Da wechselte ich zu einer anderen Endokrinologischen Praxis. Die sagten dasselbe. Die Antikörper gingen fleißig weiter hoch. Ich bekam Medikamente zur Bekämpfung der Überfunktion. Auch ein weiterer Schilddrüsenspezialist, den ich aufsuchte, sagte: „So einen Fall hatte ich bisher noch nicht.“ Immer wieder wurde von einem Borbus Masedow gesprochen, obwohl die Werte hierfür gar nicht zutragen, fand ich aber immer höchst seltsam, meine Hausärztin und Heilpraktikerin auch. Aber keine Medikamente halfen. Bis ich selbst mithilfe des Internets verschiedene Theorien verfolgte, um der Sache auf den Grund zu gehen und mich an einen weiteren Spezialisten zu wenden. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

 

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