Genetische und immunologische Blutgerinnung

Bereits vor einem halben Jahr ließen mein Mann und ich unsere DNA in Bezug auf genetische Defekte untersuchen. Alles ok.

Auch die genetische Blutgerinnung wurde überprüft. Das Ergebnis war, dass ich eine homozygote MTHFR-Mutation habe.

Die homozygote Form kommt bei ungefähr 10 % der Bevölkerung vor und führt meistens zu einem erhöhten Homocystein-Wert. Diese Erhöhung gilt als Risikofaktor für venöse Thrombosen, Schlaganfälle und koronare Herzerkrankungen und gehäufte Fehlgeburten. Auch das kann während meiner letzten Schwangerschaft eine Rolle gespielt haben.

Im Zusammenhang mit einem erhöhten Homocysteinspiegel kann eine größere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Neuralrohrdefektes bestehen. D. h. Folsäure ist noch um ein Vielfaches wichtiger in einer Schwangerschaft als bei einem normalen Homocysteinspiegel. Zudem habe ich mich dem Blutgerinnungsspezialisten darauf geeinigt, dass es vorsorglich besser ist, mich bei der nächsten Schwangerschaft sofort mit Heparin zu behandeln.

Vor fünf Wochen hatte ich den Termin beim Rheumatologen/Immunologen, der aufgrund meiner Gelenkschmerzen, Schilddrüsen- und Hormonproblematik und der beiden Fehlgeburten einen Zusammenhang sah. An dieser Stelle muss ich diesen guten Prof. absolut loben, weil er sich für mich wirklich sooooo viel Zeit genommen hat. Er meinte, dass er meinen Fall besonders interessant finde, da gerade durch die letzte Schwangerschaft immunologische Prozesse in Gang gekommen sein könnten, die einen Beginn einer Autoimmunerkrankung beschleunigt haben könnten und er das eher selten im Anfangsstadium mitbekommt, sondern erst, wenn richtige Beschwerden da sind.

Er meinte, dass es während einer Schwangerschaft immunologische Prozesse gibt, die sich ungünstig auf den Erhalt des Fötus auswirken und obwohl mit meiner genetischen Blutgerinnung alles (bis auf den einen Wert) ok ist, kann es trotzdem sein, dass die Durchblutung zur Plazenta nicht richtig funktioniert. Ein Anhaltspunkt könnte auch ein Hämatom in der Gebärmutter während meiner letzten Schwangerschwaft gewesen sein, was diese Theorie definitiv stützt. D. h. die genetische Blutgerinnung kann in Ordnung sein, die immunologische jedoch nicht. Nach seiner Aussage lasse sich dies auch grundätzlich nicht untersuchen, da die Medizin noch nicht soweit sei. Er tendiere aufgrund dessen bei unserem nächsten Baby-Versuch auf jeden Fall für eine Heparinbehandlung. Um meine Gelenkschmerzen sowie die Schilddrüsen- und Hormonprobleme näher untersuchen und beurteilen zu können, schlug er vor, mich für eine Woche stationär im KH aufzunehmen.

So lag ich zwei Wochen später für 5 Tage im KH und ließ mir zu jeder Tages- und Nachtzeit Blut abnehmen, teilweise alle 15 Minuten.

Dabei kam heraus, dass die zentrale Steuerung der Hormone (Hypophyse) zum Glück nicht gestört ist, dass die SD jedoch einfach zu viel Jod vorrätig hat und es dadurch zu einer Überfunktion kam, die jetzt auch noch anhält. Ein Hashimoto wurde in diesem Zusammenhang diagnostiziert und kein Morbus Basedow – wie zunächst angenommen. Zudem wurde festgestellt, dass ich aktuell noch keine Autoimmunerkrankung/Entzündung im Körper habe, die die Gelenkschmerzen erklären. Aber das Interessante ist, so der Prof, dass es sein kann, dass ich mich wirklich im Vorstadium einer Autoimmunerkrankung befinde, die irgendwann ausbricht. Ein Anhaltspunkt wäre auch meine beginnende Nebenniereninsuffizienz, die häufig im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen auftritt. Durch diese träge Nebenniere habe ich auch einen geringeren Cortisolspiegel, der wiederum nicht optimal für eine Schwangerschaft ist. Daher werde ich in der nächsten Schwangerschaft Hydrocortison einnehmen müssen und bei Bedarf – in stressigen Situationen – die Dosis eigenmächtig erhöhen.

Heute bin ich froh, dass ich all diese Untersuchungen habe machen lassen. Mein Bauchgefühl hat mir immer wieder zu verstehen gegeben, dass es da noch etwas gibt. Alle Befunde aus dem KH habe ich erneut in die KIWU-Praxis geschickt, bei der wir heute Nachmittag einen Termin haben. Ich bin sehr, sehr aufgeregt und gespannt, wie sie mit meiner Situation umgehen und vor allem wie und wann es mit einer Behandlung losgeht.

 

 

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2 Gedanken zu „Genetische und immunologische Blutgerinnung

  1. Sternenmami

    Liebe Frau Schwani,
    erstmal möchte ich dir sagen, dass sich dein Blog sehr schön liest, und ich deswegen folgen werde und ich finde es super, dass du auch so eine bist, die die Ursachenforschung selbst in die Hand nehme. Die homozygote MTHFR-Mutation habe ich auch, sonst ist bzgl. der restlichen Faktoren aber diesbzgl bei mir alles in Ordnung. Eine Frage habe ich allerdings, wurde deine Nebennierenproblematik auch anhand des DHEA bestimmt. Mein Wert liegt unter dem Grenzwert, ich habe aber im Gegensatz zu dir dazu einen viel zu hohen Cortisolspiegel. Meine Ärzte meinten immer, das wäre der Stress und nicht so schlimm und ich könne solange ich nicht versuche schwanger zu werden DHEA nehmen, was ich im Moment auch tue. Ich werde bald den Wert wieder messen lassen und bin gespannt, wie hoch er ist. Auf jeden Fall fühle ich mich seit ich es nehme viel vitaler.
    Ich drücke dir weiterhin alle Daumen.
    Alles Liebe Sternenmami

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    1. frauschwanisbauchgefuehl Autor

      Vielen lieben Dank, Sternenmami!!! 🙂 Ich freu mich. 🙂 Lieben Dank für deine Nachricht. Meine Nebennierenproblematik wurde aufgrund des Cortisoltests ermittelt. Sie ist träge, was ein Zeichen für eine beginnende Nebenniereninsuffizienz sein kann. Besonders dafür sprechen meine arthritischen Schmerzen im Handgelenk und meine Schilddrüsenprobleme. Alles zusammen ist ein Hinweis auf eine beginnende Autoimmunerkrankung, die im Blut jedoch NOCH nicht nachgewiesen werden kann. Ich bin offensichtlich sehr sensibel (ja, allerdings) was meinen Körper betrifft und merke jedes Zwicken, Brennen und Stechen (s. 2. Fehlgeburt). Worin unterscheiden sich DHEA- und Cortisol-Test? Ich habe ja echt gar keine Ahnung. Wie geht es bei euch weiter? Ich muss mich verstärkt mal auf deinem Blog einlesen. Vielen Dank, dass du mich kontaktiert hast. Bis ganz bald!

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