Ein Storch – ein Zeichen?

Am Dienstag war es also soweit: Der Termin in der KIWU-Praxis stand uns am frühen Abend bevor. Ich war megaaufgeregt. Mein Mann war wie bei allem die Ruhe selbst, was mir aber ganz recht war. Zwei von meiner Sorte wären auch wirklich zu viel. 🙂

Als wir auf dem Weg dorthin waren, rief ich noch schnell bei meinem Endokrinologen an, um die neuesten Werte der vergangenen Woche zu erfragen. Der TSH veränderte sich innerhalb von zwei Wochen von 0,13 auf knapp unter 5! Ich habe es kaum glauben können und musste zweimal nachfragen. Als ich auflegte, heulte ich wie ein Schlosshund. Über Monate hielt sich der Wert konstant um 0,0 oder 0,1 – trotz der Medikamente überhaupt keine Besserung der Überfunktion. Dann setzte ich die Medikamente ab und der Wert schoss in die Höhe, FT 3 und 4 aber in Ordnung. Nun bin ich wieder in einer Unterfunktion. Völlig fertig und total emotional kamen wir in der Praxis an. Ich wegen der Blutwerte. Mein Mann wegen mir. Leider mussten wir noch eine halbe Stunde warten bis wir dran waren. Das trug zu meinem Befinden nicht positiv bei, sodass ich am liebsten wieder losgeheult hätte.

Naja und dann wurden wir aufgerufen. Ich war froh, dass die Ärztin sehr nüchtern und abgeklärt sprach, Emotionen um die Fehlgeburten sind wohl auch fehl am Platz in einer KIWU-Praxis. Ich muss sagen, ich war darüber auch nicht böse. Es war genau richtig für uns. Wir beschrieben es später als eine gewisse nordische Kühle, jedoch mit viel Sympathie und auch ein paar anzügliche Witzchen, die meinen Mann dann ganz froh stimmten. 😉

Frau Dr. verschrieb mir zuerst noch ein gutes Folsäure-Präparat und keine Megapackung des blauen, teuren Produktes namens O**, was mir mein normaler Frauenarzt immer verschrieb nund das viel zu hohe Konzentrationen an Vitaminen hat, und wir besprachen die Schilddrüsenproblematik. Ich soll erst noch einmal den SD-Spezialisten kontaktieren und dann schauen wir. Ansonsten machte sie noch einen v**inalen Ultraschall, bei dem festgestellt wurde, dass in mir ein zeitgemäßer Follikel des 8. ZT heranreift. Von einer zuvor festgestellten Eizellreifungsstörung war nichts zu sehen und eine Stimmu hätte in diesem Zyklus auch nicht gemacht werden müssen, weil alles gut aussah. Wir verständigten uns, dass ich zu Beginn des nächsten Zyklusses zur Blutabnahme wiederkommen solle und dass wir dann, wenn die Werte und der TSH einigermaßen vernünftig sind, mit einer ganz leichten Stimmu loslegen würden. Dann gäbe es GvnP.

Für meine gehäuften Pilzinfektionen empfahl sie eine Anti-Pilz-Diät, die ich nun ab heute beginne. Da ich sowieso immer sehr bewusst esse, wird mir das nicht sonderlich schwer fallen. Statt normale Nudeln und Brot stehen jetzt Vollkornprodukte auf meinem Speiseplan. Da ich eh nicht der extreme Süßkram-Esser bin, wird das schon werden.

Das Einzige, was mir wirklich Angst macht, ist die Schilddrüse. Daher war ich heute Morgen bei einem anderen SD-Spezialisten, bei dem ich früher auch immer war, der mich ein bisschen beruhigte. Mein „Stamm“-Arzt konnte mir am Telefon nicht wirklich alles erläutern und bügelte mich ein wenig ab. Das finde ich immer sehr ätzend. Ich höre zudem auch gerne noch einmal eine zweite Meinung.  Der Arzt von früher meinte, lieber eine Unterfunktion als eine Überfunktion. Denn mit L-Thyroxin ließe es sich in einer Schwangerschaft besser behandeln als mit Thomaziol (oder wie das auch immer heißt) etc. bei einer Überfunktion. Außerdem bewege sich der TSH während der Schwangerschaft sowieso in Richtung Überfunktion. Er nahm mir Blut ab und schon heute Nachmittag erhielt ich die Werte. Dafür danke ich diesem Arzt ungemein – auch für seine Geduld mit mir. Der TSH ist innerhalb einer Woche von knapp 5 auf 3 gefallen – ganz alleine. FT 3 und 4 wieder in Ordnung. Aufatmen.

Und wie immer heißt es weiterhin: Abwarten, geduldig sein und in zwei Wochen wieder Blut abnehmen lassen und hoffen, dass der TSH nicht allzu sehr nach unten düst. Dann entscheidet sich auch, ob wir loslegen oder nicht. Da ich bereits zweimal in einer leichten Unterfunktion sofort schwanger wurde, hoffen wir, dass es dieses Mal dann auch hinhaut. Aber dann würde der TSH engmaschig kontrolliert werden. Das war in den letzten beiden Schwangerschaften ja nicht der Fall. Da wurde gar nix kontrolliert.

Da ist von meiner Seite auch mal wieder ein Vorwurf an die Frauenärzte. Warum macht man so etwas nicht standardmäßig?? Meine aktuelle Frauenärztin, die mich bei meiner zweiten FG betreut hat, verzichtete komplett auf die Bestimmung eines HCG-Wertes, die frühere Ärztin machte dies schon und konnte daran direkt sehen, dass etwas nicht in Ordnung war. Total bescheuert, denn dann hätten wir nicht nur aufgrund meines Bauchgefühls gewusst, dass es wieder vorbei ist. Dieses Mal werde ich sie definitiv dazu drängen. Ansonsten suche ich mir eine andere Ärztin.

Traurig ist, dass man als Patient den Ärzten sagen muss, was gemacht wird.

Was den Dienstagabend so richtig abgerundet hat und uns ein Hochgefühl beschert hat, war unsere Heimfahrt. Als wir an einer Wiese vorbeifuhren, stand ein schöner Storch. Dort haben wir noch nie einen gesehen, in all den Jahren, die wir an dieser Stelle vorbeifahren. Ein Zeichen!!! Ich war so ergriffen, dass mir Tränen die Wangen runtergelaufen sind. Aber auch erleichtert, dass der Tag mit viel Anspannung und Aufregung ein Ende hatte.

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