Von Ruhe und Unruhe

Letzte Woche Freitag erhielt ich meinen TSH-Wert. Er ist auf 2,05 gestiegen – trotz doppelter Dosis L-Thyroxin. Meine erste Reaktion war natürlich Unruhe, gefolgt von Panik. Aber der liebe Herr Dr. Endokrinologe beruhigte mich. Der Wert sei zwar nicht optimal für Schwangere, aber dennoch normal. Die Natur sehe ein Optimum nicht vor, sonst wären wir längst ausgestorben. Er meinte, dass es sein könne, dass die Schilddrüse noch nicht auf das L-Thyroxin angesprungen sei und sie erst zeitversetzt reagiert. Dies würde sich durch einen höheren TSH-Wert und einen (noch) niedrigen HCG-Wert zeigen. Wenn das HCG, was dem TSH wohl ähnelt, immer mehr ansteigt, wird sich der TSH-Spiegel im Blut reduzieren. Zudem sei es wohl oft so, dass Frauen, die in der Schwangerschaft Übelkeit verspüren, einen höheren HCG-Wert im Verhältnis zum TSH haben. Dass mir gerade nicht übel ist, bestätigt seine Theorie. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Bei meiner vergangenen Schwangerschaft konnte ich überhaupt nichts Süßes essen, mir wurde richtig übel vor Schokolade und Kuchen (Wie da der TSH war, weiß keiner. Hat auch keinen Arzt interessiert. 😦 ) Bin ja nicht so die „Süße“, aber Lust auf ein Stück Schoki hatte ich heute schon. Trotzdem würde ich ein schönes leckeres Bio-Steak von unserem guten Metzger jederzeit bevorzugen.

Vorgestern war ich wieder in der Kiwu für die Blutabnahme. In der Zeit des erwarteten Telefonanrufs war ich wieder sehr unruhig. Aber die freudige Arzthelferin, die dann endlich anrief, flötete schon wieder ganz happy durchs Telefon und teilte mir mit, dass der HCG-Wert bei 570 liege. Progesteron und Estradiol sind weiterhin so wie es sein soll. Wow, so was gibt es auch bei mir?!! 🙂

Trotzdem ist alles noch so unwirklich. Ich spüre definitiv, dass da „etwas“ anders im Bauch ist und vor allem, weil meine kleine Wurst unter dem Bauchnabel nicht mehr weggeht. Auch meine Br*ste sind größer und schmerzen weiterhin. Oft denke ich, dass ich an dieser Stelle ja schon zweimal gewesen bin. Dennoch habe ich komischerweise eine innere Ruhe, die ich sonst im unschwangeren Zustand noch nicht mal habe. Eigentlich dachte ich, die große Angst überfällt mich schlagartig, aber bisher toi, toi, toi, nix da. Nur ab und zu mal kleine zweifelnde Gedanken.

Es hört sich so komisch an, aber ich finde es beruhigend zu jeder Tages- und Nachtzeit meine schmerzenden Br*ste zu spüren. Denn dann weiß ich, alles ist ok. Ständig muss ich sie anfassen, auch nachts, um mich zu vergewissern. Bei der letzten Fehlgeburt waren die fehlenden Schmerzen und das Gefühl von Luft, die aus ihnen komplett entwichen ist wie bei einem Luftballon, das erste, woran ich gemerkt habe, dass es vorbei ist.

Von daher bin ich dankbar für alle Schmerzen, für jedes Zwicken, für alle Tabletten, die ich nacheinander in bestimmter Reihenfolge einnehmen muss, für ständiges Pippi gehen, für Progesteron-Brocken und sämtliche blaue Flecken vom Heparin-Spritzen. Irgendwie bin ich diesbezüglich auch ein Dussel. Auf der linken Seite unterhalb des Bauchnabels schaffe ich es immer mich ohne Schmerzen und blaue Flecken zu spritzen. Rechts nicht.

Die Hormonzugaben wirken wahre Wunder. Daran sehe ich, was mir vorher so alles gefehlt hat, um mich körperlich fit zu fühlen. Gerade in den vorherigen Schwangerschaften habe ich mich so träge und antriebslos gefühlt. Da war mir wirklich alles zu viel. Jetzt bin ich auch berufsmäßig viel leistungsfähiger und die Arbeitstage verfliegen im Flug und das obwohl mein Körper gerade viel leisten muss mit dem kleinen Pünktchen im Bauch.

Die erwartete Megaangst vor einer weiteren Fehlgeburt ist zwar bisher ausgeblieben, dennoch würde ich mir wünschen, dass die Zeit in Bezug auf die Schwangerschaft schneller vergeht bis wir den ersten Meilenstein geschafft haben. Gefühlsmäßig wären das bei mir irgendwie die zweistelligen Wochen, d. h. ab der 10., dann wären wir weiter als die letzten beiden Male. In einer Woche habe ich meinen ersten Ultraschall …

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Ein Gedanke zu „Von Ruhe und Unruhe

  1. J.B.

    Ich kann dir gar nicht sagen wie sehr ich mich freue dass sich diese scheiß Angst bisher nicht hat blicken lassen. Dieses Miststück kann auch bleiben wo der Pfeffer wächst.

    Ne, ernsthaft. Sollte die Angst noch kommen ist das mehr als verständlich! Aber wenn sie’s nicht tut ist es umso schöner!

    Ich bin sehr gespannt auf den Ultraschall!

    Daumen halte ich weiterhin. Kann ja nicht schaden 🙂

    Alles Liebe

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