Kinder = Verlust des eigenen Ichs?!

24. Ssw (23+6)

Ich habe länger nichts von mir hören lassen. Irgendwie gab’s beruflich allerhand zu tun, sodass ich zu nix gekommen bin. Liebe Spring, ich danke dir für deine lieben Worte in Bezug auf deine Nominierung. 💜😘

Schwangerschaftsmäßig läuft’s gut. Der Kleine wächst und strampelt immer mehr. Mein Mann kann ihn nun auch von außen spüren, was für ihn nun auch alles realer macht. Der Bauch wächst jetzt deutlicher und die ersten Zipperlein in Form von ein bisschen Ischias, Fuß- und Wadenkrämpfe, Probleme beim Schlafen und mit der Magensäure stecke ich, wie ich finde, gelassen weg. Der Progesteronwert ist auf über 70 gestiegen und beruhigt mich ungemein. So langsam werde ich gelassener und mache mir kaum noch Sorgen und ich freue mich schon so auf ihn.

Vorhin hatte ich Besuch von zwei entfernteren Freundinnen, die mit ihren kleinen 3-jährigen Kids da waren. Ich fand’s ehrlich gesagt wie der wahr gewordene Horror der Fremdbestimmung. Die vier waren zwei Stunden bei mir und in Summe betrachtet haben wir Mädels uns gerade mal 20 min effektiv unterhalten.

Der Rest der Zeit wurde ganz klar von den Kids bestimmt mit Geschrei, Umherspringen und wahnsinnigen Überdrehtseins mit (un-)klaren Ansagen ihrer Mamis in Bezug aufs Essen, Dekoration anfassen etc. Beide Mütter waren zum Schluss nur noch genervt. Da lobe ich an dieser Stelle meine gute Freundin, die ihren Kids klipp und klar sagt, dass sie jetzt Besuch hat und erst in einer halben Stunde wieder Kinderzeit ist und sie sich jetzt erstmal selbst beschäftigen sollen, damit sie sich in Ruhe mit mir unterhalten kann. Ich finde, das klappt auch wirklich gut. Dafür passiert ihr es ab und zu, dass sie mit Kindersabberflecken auf Shirts und fettigen Haaren auftaucht, wenn wir Mädels zu einem inzwischen selten gewordenen Essen verabredet sind.

Sind Kinder automatisch mit dem Verlust des eigenen Ichs verbunden? Habe ich falsche Vorstellungen, wenn ich sage, dass das alles doch nur eine Sache der Erziehung und der eigenen Einstellung ist?? Oder muss ich mich beinahe aufgeben, um eine gute Mutter zu sein? Muss ich auf gepflegte Fingernägel, Friseurbesuche, rasierte Beine, Shoppen gehen etc. verzichten, weil mich mein Kind so braucht, dass ich keine Zeit mehr für mich habe? Wäre ich eine Rabenmutter, wenn ich sage, ich habe null Bock auf Babyschwimmen, weil ich vollgepinkelte Babybecken ekelhaft finde und Schwimmbäder für mich eh ein Graus sind, weil ich Seen und das Meer bevorzuge?

Ich komme mir als absoluter SatC-Fan vor wie Charlotte, als sie mit ihrem Mann Trey ein befreundetes Pärchen besucht, die drei Kinder haben. Nach diesem Dinner, bei dem sich die Kids völlig daneben benehmen, haben Charlotte und Trey ausnahmsweise keinen S*x, weil sie durch diesen Abend total geflasht sind und ihren Kinderwunsch, der seit Längerem besteht, in Frage stellen. Am Ende der Folge trösten sie sich mit den Worten aller Paare, die eine Familie gründen möchten: “Unsere Kinder werden anders.“

Ich hoffe es und auch, dass ich mir umsonst Gedanken um alles gemacht habe. Jetzt muss ich mir erstmal ein liebevolles Abendessen nur für mich kochen, den roten Nagellack bereitstellen, online shoppen und eine Folge SatC gucken … Ein bisschen Carrie & Co. sollte sich frau doch immer bewahren, oder? Und hinterher nehme ich die letzten Tabletten des Tages ein, ziehe zum Einschlafen die Spieluhr auf und spreche mit meiner Kugel …

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14 Gedanken zu „Kinder = Verlust des eigenen Ichs?!

  1. J.B.

    Wow! Das sind ja mal hammergeile Neuigkeiten. Also zumindest von dir, deinem Mann und dem Kleinen. Das freut mich so sehr!!

    Zu dem Anderen kann ich leider gar nichts sagen – ich bin stattdessen gespannt, was du dann berichten wirst 😉 Sooo lange ist es ja nun auch nicht mehr. Naja ok, ein bisschen dauert’s noch. Aber du weißt was ich meine 😉

    Alles, alles Liebe – du Liebe!! ❤

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  2. duese2013

    😂😂 Ich muss gerade herzhaft lachen.
    Ich habe vor Kind Nr. 1 auch so ähnlich wie Du gedacht und hatte keinerlei Vorstellung davon, was genau da auf mich zukommt.
    Ich habe meinen roten Lippenstift geliebt, meine lackierten Fingernägel, meine teuren Klamotten und habe -natürlich- auch gesagt: WIR MACHEN ALLES ANDERS! 😉

    Dein Kind wird dir in vielerlei Hinsicht das Leben neu zeigen.
    Ja, Du wirst ein neuer Mensch, wenn Du Deinem Baby das erste Mal in die Augen blickst.
    Dinge, die Du vorher kategorisch abgelehnt hast, wirst Du tun-wenn Du merkst, dass sie gut für Dein Baby sind. Und Du wirst darüber lachen, dass Du jemals Dinge wie einen Friseurbesuch oder lackierte Nägel als „so wichtig“ empfunden hast, wenn Dein Baby schreit und sich nur durch Mama beruhigen lässt.
    Das heisst nicht automatisch „Selbstaufgabe“; das impliziert nicht, das man automatisch mit fettigen Haaren und dreckigen Klamotten rumläuft – das heisst Mutterliebe.

    Und Deine Freundin (die, deren Kinder sich mal selbst beschäftigen) ist wohl ein Glückskind. (Ok, abgesehen von den dreckigen Klamotten 😂) Ich persönlich kenne wirklich niemanden, deren Kinder sich nach der Ansage: „Jetzt spielt mal schön alleine, damit Mama Kaffee trinken kann!“ brav zurückziehen. So wie es laute und leise Kinder gibt, schüchterne und aufgeschlossene, gibt es eben Kinder, die überall dabei sein wollen und wissbegierig und „anstrengend“ sind. Und das sind die allermeisten. 😉 Das hat nichts mit guter oder weniger guten Erziehung zu tun, oder mit Selbstaufgabe oder nicht, sondern es kommt in erster Linie auf Dein Kind an.

    Mein Tipp: Lass es entspannt angehen; warte ab, wie Dein Baby „so drauf ist“ und wie der Moment, in dem Du Dein Baby das erste Mal siehst, Dich verändert.
    Ich habe auch so vieles im Vorfeld kategorisch abgelehnt – und es dann doch genau so gemacht.
    Dein Post erinnert mich wirklich so sehr an mich vor 2 Jahren. 😊
    (Und nein, ich bin in der Zwischenzeit nicht 1x mit fettigen Haaren unterwegs gewesen!)

    „Ein Kind verändert alles“ – ein kleiner Satz, aber es steckt so verdammt viel dahinter.
    In erster Linie verändert es Dich.

    Ich wünsche Dir alles Liebe ❤

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  3. clau0185

    Also ehrlich gesagt bin ich derzeit völlig fremdbestimmt… Seit Hannah da ist habe ich nur noch wenig Zeit für mich. Schminken wird da schon zum Luxus und eine Dusche zum Wellnessparadies… Meine Burberryschals habe ich erstmal weggepackt, ich will da keine Babyspucke drauf haben. Meine MCM-Handtasche musste der Wickeltasche weichen… Momentan sind auf allen meinen Pullis Milchflecken, Madame spuckt sehr viel zur Zeit… Auf Parfum verzichte ich zur Zeit auch – ich will sie ja nicht verwirren.😉

    Und ich hasse zum Beispiel Singen in der Öffentlichkeit – trotzdem machen wir ab Juni Pekip. Und wir werden ins Babyschwimmen gehen. Da ändert sich sehr viel an der eigenen Einstellung…😉

    ABER: Irgendwann werde ich zu meinem alten Ich zurückfinden. Hoffe ich…

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  4. kueken0709

    Ich kann meinen beiden Mami-Vorschreiberinnen da zustimmen (@clau0185: meine MCM-Tasche steht auch nur in der Ecke, aber zumindest das Portemonee nutze ich 😄).
    Man stellt sich dies und jenes so und so vor, aber meist kommt es dann doch anders. Ich würde auch gern die Nägel regelmäßig lackieren, aber in der langen Trockenzeit kann ich den Kleinen dann nicht richtig bespaßen, das ist blöde. Und abends hab ich dann dazu manchmal einfach keine Lust. Aber trotzdem renne ich meist mit gewaschenen Haaren und geschminkt draußen rum 😊
    Und tatsächlich ist jedes Kind anders. Ich kenne genügend Babys, die keine Lust haben, Mutti beim duschen zuzusehen, das ist dann schon schwierig. Aber es wird alles schon werden!

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  5. Myu

    Mhmm…also ich bin zwar keine Mami im normalen sinne, aber ich habe eine gute Freundin die ich vor zwei Jahren durch ihre Schwangerschaft begleitet habe. Und auch jetzt sind wir oft zusammen. Ihr Sohn ist jetzt fast zwei. Und wenn wir unterwegs sind dann bringt sie ihn meistens wo anders unter denn sonst ist es genauso wie oben von dir beschrieben. Nicht falsch verstehen, ich lieb den kleinen sehr und wir machen immer viel quatsch aber es dreht sich tatsächlich alles um ihn. Also so ein bisschen fremdbestimmt ist man tatsächlich. Also als Außenstehende sieht es auf jeden Fall so aus 🙂
    Aber auf der anderen Seite ist es doch auch schööön 🙂 ich freue mich schon auf deine Berichte!!!!

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  6. lucyandjerry

    Liebe schwani, leider komme ich auch erst jetzt dazu, mal wieder etwas zu schreiben. Die Zeit vergeht so im Fluge, dass es mich manchmal erschreckt. Es war doch gerade erst Weihnachten und in ein paar Tagen gehören wir zu den U-HUs. Weniger als 100 Tage bis zum Stichtag!!
    Ich kann so gut nachvollziehen, was in dir vorgeht! Wie werden wir als Mütter???!! Das ist eine sehr spannende Frage, aber die können wir ohne unseren Nachwuchs wohl nicht beantworten. Noch nehme ich mir auch vor, eine saucoole Mutti zu werden, die vollkommen entspannt ihren Alltag bewältigt und dabei 1. schnurstracks ihr ursprüngliches Gewicht zurückerhält und 2. immer gut aussehen wird. 😉 DAS gelingt aber wahrscheinlich nur den VIPs, die einen personal trainer, eine personal nanny und einen personal cook haben. Und dann heißt es immer noch nicht, dass das die cooleren Mütter sind.
    Wir haben letztes Wochenende für Freunde gekocht, deren Töchterchen jetzt 6 Monate alt ist. Die beiden waren/sind eher nüchterne Typen, rational ausgerichtet und sehr stressresistent. ER ist davon ausgegangen, dass es easy auch mit Töchterchen weitergehen wird. Er hat seiner Frau Rezepte rausgesucht, die sie dann kochen kann, wenn er abends nach Hause kommt. Sie ist ja schließlich in Elternzeit und kann ihren lieben, langen Tag strukturieren, wie sie möchte!!!??? 😀
    Wir haben alle herzhaft darüber gelacht, sogar ER, dem wohl mittlerweile aufgefallen ist, dass seine Frau in seiner Abwesenheit ebenfalls einem full-time-job nachgeht.

    Es wird definitiv anders, aber es muss sicherlich nicht schlimmer werden.
    Ich finde natürlich auch, dass eine inkonsequente Erziehung wenig Sinn macht, und ärgere mich ständig über Eltern, die ihre Kinder in der Öffentlichkeit machen lassen, was die Kleinen wollen. Die Eltern meinen, sie täten ihren Kurzen mit ständiger Freiheit und Selbstverantwortung einen riesigen Gefallen. Wenn es den Kindern keiner erklärt, was gut und weniger gut ist, wer soll es denen sonst beibringen? Das Ergebnis haben wir in unseren Klassen sitzen. Es gibt Kinder, die es nicht gelernt haben, eine kurze Weile konzentriert und aufmerksam zuzuhören. Höchstwahrscheinlich, weil sie es nie MUSSTEN.

    Ich bin sehr gespannt, wie wir alle die Rolle ausfüllen werden, aber ich bin mir sicher, dass wir alle einen guten Weg finden werden. Irgendwann auch einen selbstbestimmte(re)n 😉

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  7. Michaela

    „Sind Kinder automatisch mit dem Verlust des eigenen Ichs verbunden? Habe ich falsche Vorstellungen, wenn ich sage, dass das alles doch nur eine Sache der Erziehung und der eigenen Einstellung ist??“

    Nein, das eigene Ich musst du nicht verlieren, aber du entdeckst es neu (darfst es neu entdecken). Und ja, du hast falsche Vorstellungen, wenn du denkst, alles ist Erziehung. Es hängt auch ganz ganz viel von der Persönlichkeit der Kinder ab, der Phase in der sie gerade stecken (3 Jahre = Trotzphase = unendlich anstrengend) und wie viel du selbst geschlafen hast und wie dick oder dünn dein Nervenkostüm ist. Manchmal meistert man die Dinge gut, manchmal ist es reines Chaos.

    Hihihi, Deko anfassen – mit Kindern hast du die Deko dann sicher nicht mehr so stehen, dass sie dran kommen bzw. ist Deko sicher das kleinste Problem.

    Bin gespannt was du so erzählst.

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      1. Michaela

        Ich denke, dass du dich gar nicht daran gewöhnen brauchst. Du wirst es automatisch machen und dann über dich selbst lachen. *gg*

        Ging mir in einigen Dingen genau so. Dachte auch: Das mach ich sicherlich anders. Ja, das Vorhaben war da – aber das kind hatte andere Pläne und hat sie immer noch.

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      2. frauschwanisbauchgefuehl Autor

        Du hast Recht. Ich bin froh, dass ich von dir und den anderen die nackte Wahrheit höre ähhh lese. 😀 Aufgrund der langen Kiwu-Zeit konnte und wollte ich mich nicht mit dem Thema “Ein Leben nach der Schwangerschaft beschäftigen“. Das war immer so weit weg und jetzt verfliegt die Zeit. Ich sehe in meinem Bekannten- und Freundeskreis ein paar ehemalige Partymäuse, die jetzt mit Kind so mies gelaunt sind, dass mich das total erschreckt. Dabei müssten sie doch happy sein …

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      3. Michaela

        Ich kenn auch einige, die das „Partymachen“ wohl als wichtiger empfinden. Konnte ich noch nie verstehen und werde ich auch nie verstehen können. (muss ich aber wohl auch nicht).

        Jedes Kind ist anders, jeder Mensch ist anders…jede Familie stolpert über Probleme und versucht, sie so zu lösen wie es für sie am Besten ist.

        Eine Bewertung finde ich in jeder Richtung falsch. Böse oder verachtende Blicke in der Öffentlichkeit wenn ein Kind einen Schreianfall bekommt, habe ich schon viele bekommen – sicherlich von Leuten, die keine Kinder haben. Die, die welche haben, grinsen meist wissend und man fühlt sich nicht wieder Obertrottel vom Dienst.

        Mein Sohn hat zur Zeit heruasgefunden, dass die Leute sehr genau schauen, wenn er AUA schreit. Das heißt, wenn wir über die Straße gehen heißt es bei uns: Hand geben. Was mit lautem „AUA AUA, du tust mir weh!“ Geschrei begleitet wird. Ebenso wenn er einfach nicht hören will und ich ihn aus einer Situation nehmen, sprich, hochheben muss. „Aua, aua, aua, aua…“ Wunderbar, oder?

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      4. frauschwanisbauchgefuehl Autor

        Es ist sicher gemein, wenn ich jetzt grinse, oder?! Sorry! Wenn ich aber genau solche Stories höre, dann beruhigt mich das enorm für die Zukunft, weil es doch soo normal ist. Ich habe es schon öfters beobachtet, dass fremde Menschen schon fast mit dem Finger auf die armen Mamis zeigen, wenn so was in der Art passiert. Total traurig, als ob diese Leute bessere Pädagogen, Eltern etc. wären und eine solche Situation besser meistern würden. Da ist dein Kleiner auch ein echtes Schlitzohr. 😉

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