Geburtsvorbereitungskurs


Ich kann’s kaum glauben. Ich im Geburtsvorbereitungskurs. Es ist unwirklich. Auch, dass der kleine Matz in ca. 10 Wochen schon da ist. Waaahnsinn. Meine Motivation für den Kurs ist, Gleichgesinnte kennen zu lernen, um für die Zeit mit Kind nicht das Gefühl der Vereinsamung zu bekommen. Ich bin nämlich so ein typisches Tierchen, was sich in Gesellschaft am wohlsten fühlt und dann Probleme gelassener sieht. Sozusagen geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich befürchte irgendwie einen kleinen “Einbruch“ zu Beginn des Mutterschutzes, wenn ich als einzige frei habe und andere nicht. Die Gruppe ist sehr nett, ich gehöre jedoch zu den Älteren. Heute wurden die Inhalte des Mutterpasses besprochen, eigentlich nix Neues. Aber trotzdem irgendwie informativ. Traurig hat mich dabei wieder die Stelle gemacht, an der meine beiden Fehlgeburten vermerkt sind und es sich aktuell um meine dritte Schwangerschaft handelt. Links und rechts von mir saßen zwei unbedarfte Anfang 20-jährige, die sich freuten, als sie die 1 für ihre erste Schwangerschaft entdeckten. Irgendwie süß. Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich genauso. Ich habe aber stattdessen schnell umgeblättert. Ihr könnt das sicher nachvollziehen, wenn man sich nicht sofort so vorstellen möchte: “Hallo zusammen, mein Name ist Frau Schwani. Ich hatte zwei Fehlgeburten, habe Hashimoto, eine Immunglandulitis, eine Blutgerinnungsbeeinträchtigung und CMV in der letzten Schwangerschaft und war in der Kiwu. Schön, euch kennen zu lernen.“ Gerade weil viele Anfang 20 sind und demnach offensichtlich eher weniger Probleme gehabt haben schwanger zu werden oder zu bleiben, fühle ich mich da etwas gehemmt und möchte nichts von meiner Vorgeschichte erwähnen. Das hat jetzt nichts mit dem Alter an sich zu tun, aber als ich in diesem Alter war, habe ich nur von positiven Schwangerschaftsverläufen gehört. Das Wort Fehlgeburt kannte ich nicht wirklich. Das ist der Vorteil der jungen Jahre. Man ist unbedarfter. Wenn mir damals mal jemand erzählt hätte wie schwer es teilweise ist, schwanger zu werden, hätte ich ein paar schlaflose Nächte weniger gehabt. Wir Mädels hatten große Angst aufgrund von Erbrechen und Durchfall die Pillenwirkung verloren zu haben, um ggf. schwanger zu sein. Tzzzz, das waren noch Zeiten. Irgendwie sehr schön, da alles im Nachhinein betrachtet einfacher erschien, weil man sich (noch) nicht mit verlorenen Kindern, Krankheitsbildern etc. beschäftigen musste, aber ich will nicht mehr tauschen. In meinem Yogakurs für Schwangere, den ich ab der 14. SSW sieben Wochen lang besuchte, war die Altersstruktur anders. Da waren fast alle über 30 und ein paar Mädels haben direkt erzählt, dass sie Probleme hatten, schwanger zu werden oder zu bleiben. Da habe ich mich gleich “heimisch“ gefühlt. Aber ich bin gespannt wie es im Geburtsvorbereitungskurs weitergeht. Viele Mädels haben Schwangerschaftsbeschwerden, von denen ich bisher verschont geblieben bin. Eine muss nachts jede Stunde auf die Toilette. Die Arme! So muss wohl jeder sein Päckchen tragen. Schön war, dass jede einen unterschiedlich großen Bauch hat, auch wenn die Schwangerschaftswochen fast gleich sind. Das hat mich dann doch beruhigt. Mich und meine kleine Kugel. 😊 Gestern wurde der Kleine wieder vermessen und wiegt jetzt ca. 1,5 kg. Ansonsten ist nun auch mit meinem Blutgerinnungsspezialisten vereinbart, dass ich das Heparin bis drei Wochen nach der Geburt spritze. Sollte ich eine PDA bei der Geburt benötigen, müssen mindestens 12 Stunden seit der letzten Spritze vergangen sein. Sollte ich Wehen verspüren, sollte ich mich morgens nicht mehr spritzen. Ansonsten heißt es auf die Zähne beißen. Alles nimmt so seinen Lauf und ich bleibe trotzdem einigermaßen ruhig. Bloß, dass das Kinderzimmer noch auf sich warten lässt, macht mich verrückt. Ich will endlich einräumen. Nicht, dass der kleine Mann noch zu früh schlüpft. 😉

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3 Gedanken zu „Geburtsvorbereitungskurs

  1. springpeatfingers

    Nur noch 10! Wochen!! Herrje wie die Zeit vergeht! 🙂
    Interessant das mit dem Heparin und der PDA. Also wenn die Ärzte zu gegebener Zeit mal wieder vergessen mir sowas mitzuteilen, so weiß ich jetzt bescheid. 🙂
    Und oh ja, hätte ich nur mit Anfang 20 gewusst was auf mich zukommen wird.. diese unbeschwerte Zeit wünsche ich mir auch manchmal zurück.

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  2. Myu

    Hab ich letztens noch zu J.B. Gesagt… Was waren das noch für Zeiten als man voll den Nervenkitzel hatte weil man mal die Pille vergessen hatte…dabei hätte man soooo viel Geld sparen können hätte man da schon gewusst das es für die Katz ist. 😛 hätte hätte Fahrradkette!! Toll das es dir gut geht und du die Zeit geniesst und all die schönen Vorgeburtssachen machen kannst. Ich bin ein bisschen neidisch!! 🙂 das Kinderzimmer kommt bestimmt bald und bis dahin wäschst du einfach nochmal alles durch 😛
    Drück dich und den Drops lieb! ❤

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  3. clau0185

    Das Gefühl kenne ich auch, bei mir steht auch eine 3 bei Schwangerschaften, bei Para eine 0 – das wird dann beim nächsten Mal anders sein!😉 Und wenn du dir im Geburtsbericht meinen Risikenkatalog durchliest, dann könnte man meinen, ich wäre 80 Jahre alt…😣
    Das mit der Kontaktsuche verstehe ich. Anfangs wollte ich auch dringend Kontakt. Seit ich mein „Leben“ wieder habe, bin ich aber froh, wenn ich andere Leute treffe und auch mal etwas vom Thema „Kind“ abgelenkt werde…

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